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Wie das Coronavirus unsere Schule verändert

von Karin Hasler, Schulpräsidentin

Ich war überzeugt, dass es nie zu einer Schliessung der Volkschule kommen wird. Doch da habe ich mich schwer getäuscht.

Wir schrieben Freitag, den 13. März 2020, als ich im Laufe des Vormittages ein Schreiben der Amtschefin Marion Völger aus dem Volkschulamt ZH erhielt, in dem sie die Schulleitungen und Schulpflegen vor der geplanten Pressekonferenz informierte, dass der Bundesrat am Nachmittag neue Massnahmen zur Eindämmung der Übertragung des Coronavirus erteilen werde und sie davon ausgehe, dass auch die Volksschule betroffen sein werde. Tatsächlich wurde die Schliessung der Schulen bekannt gegeben. Im telefonischen Austausch mit unserem Schulleiter haben wir die Pressekonferenz mitverfolgt. Das Volkschulamt hat uns am Abend per Leitungszirkular über das Vorgehen im Kanton Zürich informiert. Es galt, dieses zu studieren und für unsere Schule umzusetzen. So traf ich mich am Samstagmorgen zusammen mit Corinne Graber (Schulpflegerin Ressort Biberburg) und unserem Schulleiter Hansjürg Sommer zur Lagebesprechung.   

Wir beschlossen, die Informationen über die Sofort-Massnahmen auf der Homepage der Schule und Biberburg aufzuschalten. Der Schulleiter hat als nächstes alle Lehrpersonen über das weitere Vorgehen per Mail informiert. Diese bekamen den Auftrag, über das Wochenende alle Schüler- und Schülerinnen sowie deren Eltern telefonisch über die Schulschliessung und das weitere Vorgehen zu kontaktieren. Parallel wurden alle Eltern/Erziehungsberechtigten der Biberburg per Mail über die Schliessung von Mittagstisch und Schulergänzendem Betreuungsangebot, sowie der vorläufigen Weiterführung der Kita informiert.

Was genau heisst «Schule geschlossen» für unsere Schule? Die Schulen sind nicht im eigentlichen Sinne geschlossen, sondern es musste vom Präsenzunterricht im Schulzimmer auf Fernunterricht zu Hause umgestellt werden. Dies bedeutete für alle eine grosse Bereitschaft, die neue Situation anzunehmen und gleichzeitig die neue, unbekannte Herausforderung umzusetzen.

Die Eltern/Erziehungsberechtigten sind vor die Tatsache gestellt worden, dass ihre Kinder fortan zu Hause bleiben müssen und die Arbeitsblätter, Aufgaben und Lösungen per E-Mail in die gute Stube flattern.

Für den Schulleiter hiess das, mit den Lehrpersonen in kürzester Zeit ein Konzept für den Fernunterricht zu erstellen: Wie viele Stunden Aufgaben sind zumutbar und sinnvoll? An welchem Tagen werden die Aufgaben verschickt? Bis wann muss was von den Kindern gemacht sein? Wie erfolgt die Kontrolle? Was kann man von den Kindergärtnern verlangen? Sehr viele offene Fragen standen im Raum!

Gleichzeitig war das Biberburg-Team gefordert mit teilweise widersprüchlichen Anordnungen betreffend Betreuung der Kinder in der Schule, Kita und der Schulergänzenden Betreuung. Dies hat sich dann aber relativ schnell eingespielt und die Angebote werden gemäss den Anordnungen des Bundes nur in Notfällen genutzt.

Der Fernunterricht ist für die Lehrpersonen absolutes Neuland. Noch nie unterrichteten sie im Fernunterricht, noch nie mussten wir so etwas für einen Notfall üben. Trotzdem ist es dem Schulleiter und den Lehrpersonen gelungen, bereits am 2. Tag den Fernunterricht aufzunehmen. Schon nach einer Woche stellten wir hoch erfreut fest, dass sich sämtliche Lehrpersonen dieser Herausforderung sehr engagiert, gewissenhaft und mit Kreativität und Flexibilität angenommen haben.

An dieser Stelle spreche ich im Namen der Schulbehörde, unseren grossen Dank allen Lehrpersonen und unserem Schulleiter aus, der sich sein letztes Arbeitsjahr sicher nicht so aussergewöhnlich vorgestellt hat - sehr gut gemacht!

Weiter gehört auch dem ganzen Biberburgteam ein grosses Dankeschön für die Aufrechterhaltung unseres Notfallbetreuungsangebotes.

Den Mitwirkenden im Volkschulamt (VSA) sei ebenfalls herzlich gedankt, für die perfekte Aufgleisung der ersten Schritte zum Fernunterricht und die gesamte Unterstützung rund um das Coronavirus.

Dank aber auch den Eltern/Erziehungsberechtigten für das Mitwirken und das Verständnis in dieser aussergewöhnlichen Situation.

Nun, jetzt wo ich diesen Beitrag schreibe, haben wir Sa. 11. April und genau wie Sie weiss ich nicht, wie sich die Lage rund um das Coronavirus entwickeln wird. Persönlich wünsche ich mir bald wieder fröhliche Schulkinder auf ihrem Schulweg, in der Schule und auf den Pausenplätzen anzutreffen und dass die Lehrpersonen die Kinder wieder mit Handschlag begrüssen können.

Bis dahin ist es wahrscheinlich noch ein langer Weg, doch ich bin zuversichtlich, dass wir dies früher oder später wieder erleben, darum sind wir zwischenzeitlich angehalten, die Bundes - Massnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus zu befolgen.

Abschliessend geht mein Dank an meine Kolleginnen und Kollegen in der Schulbehörde und an die Schulverwalterin, welche sich der speziellen Situation engagiert annehmen.

Ich wünsche Ihnen allen schöne Ostertage und bleiben Sie gesund!